Es ist wichtig, die Probleme in der Familie aufzuarbeiten, um ein glückliches und unbeschwertes Leben zu führen.
Oftmals haben wir das Gefühl, dass Familienprobleme uns belasten und unser Leben bestimmen. Sie können uns davon abhalten, uns voll und ganz auf andere Dinge zu konzentrieren und unser Selbstvertrauen und unsere Beziehungen zu anderen Menschen zu stärken.
Aber Familienprobleme sind kein Grund, das Leben zu verpassen. Indem wir uns der Herausforderung stellen, unsere Familienprobleme aufzuarbeiten, können wir lernen, wie wir damit umgehen und sie lösen können. Wir können auch unsere Beziehungen zu unseren Familienmitgliedern stärken und ein tieferes Verständnis für ihre Perspektiven und Gefühle entwickeln.
Warum Familienprobleme so schwer wiegen
Konflikte in der Familie wiegen oft schwerer als Konflikte an anderer Stelle. Einem Kollegen kann man aus dem Weg gehen, eine Freundschaft darf auseinandergehen. Eltern, Geschwister und die eigenen Kinder bleiben ein Teil unseres Lebens, auch dann, wenn der Kontakt abgebrochen ist.
Hinzu kommt, dass viele Probleme älter sind als der aktuelle Streit. Wer bei jedem Familienfest an dieselbe Stelle gerät, streitet selten nur über das Thema des Tages. Oft geht es um alte Rollen, um unausgesprochene Erwartungen oder um Verletzungen, die nie benannt wurden. Und manches reicht weiter zurück, als es den Beteiligten bewusst ist: bis zu Ereignissen in früheren Generationen, über die in der Familie nie gesprochen wurde.
Wege, Familienprobleme aufzuarbeiten
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie wir Familienprobleme aufarbeiten können.
Eine Möglichkeit ist, sich an eine Familienberatungsstelle oder einen Therapeuten zu wenden. Diese Professionellen können uns dabei helfen, die Ursachen unserer Familienprobleme zu verstehen und uns bei der Entwicklung von Lösungen zu unterstützen. Beratungsstellen für Familien gibt es an vielen Orten, auch in der Region Hannover.
Eine andere Möglichkeit ist, sich an Freunde oder andere vertraute Personen zu wenden. Sie können uns ein offenes Ohr bieten und uns dabei helfen, unsere Gefühle und Gedanken zu sortieren.
Auch das Schreiben in einem Tagebuch oder das Teilen von Gefühlen in einer Gruppe, die sich mit ähnlichen Themen auseinandersetzt, kann hilfreich sein. Das Schreiben hat den Vorteil, dass niemand darauf antworten muss. Gedanken, die sich im Kopf im Kreis drehen, bekommen auf dem Papier eine Reihenfolge.
Ein weiterer Weg ist die Familienaufstellung: Sie kann sichtbar machen, welche Dynamiken hinter familiären Konflikten stehen. In meiner Arbeit geschieht das in einer Einzelaufstellung. Sie kommen allein, niemand aus Ihrer Familie muss dabei sein, und statt fremder Stellvertreter nutze ich Figuren. Die Aufstellung findet in meiner Holzhütte in Wennigsen am Deister statt. Vorher erstellen wir gemeinsam ein Genogramm, das Ihre Familie über mehrere Generationen zeigt. Wie eine Familienaufstellung abläuft, beschreibe ich unter Meine Arbeit.
Eine Familienaufstellung ist eine Methode der Beratung und Begleitung. Sie ersetzt weder eine ärztliche oder psychotherapeutische Diagnose noch eine Behandlung. Wenn familiäre Belastungen mit seelischen oder körperlichen Beschwerden einhergehen, ist eine fachliche Begleitung durch eine ärztliche oder psychotherapeutische Praxis wichtig.
Der erste Schritt
Welcher Weg der richtige ist, hängt davon ab, was Sie gerade brauchen. Ein paar Fragen können helfen, das herauszufinden:
- Welcher Konflikt kehrt in meiner Familie immer wieder?
- Was wünsche ich mir – für mich selbst, nicht für die anderen?
- Mit wem kann ich offen darüber sprechen?
- Brauche ich gerade vor allem jemanden, der zuhört, Ordnung in meinen Gedanken oder einen Blick auf meine Familiengeschichte?
Manchmal reicht ein gutes Gespräch. Manchmal braucht es mehr Zeit und Begleitung. Beides ist in Ordnung.
Was Aufarbeiten bedeutet – und was nicht
Aufarbeiten heißt nicht, einen Schuldigen zu finden. Es heißt auch nicht, dass am Ende alle wieder an einem Tisch sitzen müssen. Manchmal führt es zu einem neuen Gespräch mit den Eltern oder Geschwistern, manchmal zu mehr Abstand, manchmal vor allem zu mehr innerem Frieden mit dem, was war.
Wir können dabei nur bei uns selbst ansetzen. Ein Weg, der darauf baut, dass sich ein anderer Mensch endlich ändert, führt selten weiter. Was sich verändern kann, ist der eigene Blick und der eigene Platz in der Familie. Darüber schreibe ich auch im Beitrag Wann eine Aufstellung nicht das Richtige ist.
Kein Zeichen von Schwäche
Es ist wichtig, dass wir uns bewusst machen, dass Familienprobleme normal und Teil des Lebens sind. Sie sind kein Zeichen von Schwäche oder einer unglücklichen Familie.
Wer überlegt, ob eine Aufstellung zum eigenen Anliegen passt, kann das in einem unverbindlichen Vorgespräch am Telefon oder über Zoom klären.
Indem wir uns der Herausforderung stellen, unsere Familienprobleme aufzuarbeiten, können wir lernen, wie wir damit umgehen und uns selbst und unsere Beziehungen zu anderen stärken.

